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Kaufnebenkosten berechnen — der komplette Guide (2026)

Kategorie: Rohbau & Ausbau

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Wer eine Immobilie kauft, zahlt nicht nur den Kaufpreis — sondern on top noch 8–15 % Kaufnebenkosten. Bei einem 400.000-€-Haus sind das 32.000–60.000 €, die du zusätzlich aufbringen musst und die nicht finanziert werden. In diesem Guide erklären wir alle Kostenpositionen, wie du sie berechnest, und wo du sparen kannst.

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Was sind Kaufnebenkosten?

Kaufnebenkosten sind alle Kosten, die beim Immobilienkauf zusätzlich zum Kaufpreis anfallen. Sie müssen in der Regel aus Eigenkapital bezahlt werden — die meisten Banken finanzieren sie nicht. Die vier großen Posten:

  1. Grunderwerbsteuer — 3,5–6,5 % (je nach Bundesland)
  2. Notarkosten — ca. 1,5–2,0 % des Kaufpreises
  3. Grundbuchkosten — ca. 0,5 % des Kaufpreises
  4. Maklerprovision — 3,0–3,57 % (Käuferanteil, falls Makler involviert)

Rechenbeispiel (Kaufpreis 350.000 €, NRW, mit Makler):

PositionSatzBetrag
Grunderwerbsteuer6,5 %22.750 €
Notar1,5 %5.250 €
Grundbuch0,5 %1.750 €
Makler (Käuferanteil)3,57 %12.495 €
Kaufnebenkosten gesamt12,07 %42.245 €
Gesamtkosten392.245 €

Grunderwerbsteuer nach Bundesland (2026)

Die Grunderwerbsteuer ist der größte Einzelposten und variiert je nach Bundesland erheblich:

BundeslandSteuersatzBei 300.000 €
Bayern3,5 %10.500 €
Sachsen3,5 %10.500 €
Hamburg5,5 %16.500 €
Baden-Württemberg5,0 %15.000 €
Berlin6,0 %18.000 €
Hessen6,0 %18.000 €
Niedersachsen5,0 %15.000 €
Nordrhein-Westfalen6,5 %19.500 €
Rheinland-Pfalz5,0 %15.000 €
Schleswig-Holstein6,5 %19.500 €
Brandenburg6,5 %19.500 €
Meckl.-Vorpommern6,0 %18.000 €
Sachsen-Anhalt5,0 %15.000 €
Thüringen5,0 %15.000 €
Saarland6,5 %19.500 €
Bremen5,0 %15.000 €

Spanne: Zwischen Bayern (3,5 %) und NRW/Brandenburg/Schleswig-Holstein/Saarland (6,5 %) liegt ein Unterschied von 9.000 € bei einem 300.000-€-Kauf. Bayern und Sachsen sind die günstigsten Bundesländer für Immobilienkäufer.

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Notar- und Grundbuchkosten

Notarkosten (ca. 1,5–2,0 %)

Der Notar beurkundet den Kaufvertrag, kümmert sich um die Grundschuldbestellung (für die Bank), beantragt die Auflassungsvormerkung und wickelt die Kaufpreiszahlung ab. Die Gebühren sind gesetzlich geregelt (GNotKG) — Verhandeln ist nicht möglich.

Typische Aufschlüsselung:

  • Beurkundung Kaufvertrag: ca. 1,0 %
  • Grundschuldbestellung: ca. 0,3–0,5 %
  • Vollzugs- und Betreuungsgebühr: ca. 0,2–0,3 %

Grundbuchkosten (ca. 0,5 %)

Das Grundbuchamt trägt den neuen Eigentümer und die Grundschuld (Hypothek der Bank) ein. Auch diese Gebühren sind gesetzlich festgelegt.

Maklerprovision

Seit Dezember 2020 gilt das Bestellerprinzip beim Kauf: Die Maklerprovision wird zwischen Käufer und Verkäufer geteilt. Typisch sind 3,0–3,57 % für den Käufer (inklusive MwSt.).

Regionale Unterschiede:

  • Berlin, Brandenburg, Hamburg: Meist 3,57 % Käuferanteil (7,14 % gesamt)
  • Bayern, Baden-Württemberg: Oft 3,0 % Käuferanteil (6,0 % gesamt)
  • NRW, Hessen: 3,57 % Käuferanteil

Kein Makler? Beim Kauf direkt vom Eigentümer (z.B. über eBay Kleinanzeigen, Immowelt-Privatinserate) entfällt die Maklerprovision komplett. Das spart bei einem 400.000-€-Kauf bis zu 14.280 €.

Wie viel Eigenkapital brauche ich?

Banken erwarten, dass du mindestens die Kaufnebenkosten aus Eigenkapital bezahlst. Besser ist es, zusätzlich 10–20 % des Kaufpreises mitzubringen:

EigenkapitalBezeichnungZinsvorteil
Nur Nebenkosten (8–15 %)100%-FinanzierungHoher Zinsaufschlag (0,3–0,5 %)
Nebenkosten + 10 %90%-FinanzierungModerater Zinsaufschlag
Nebenkosten + 20 %80%-FinanzierungBester Zinssatz
Nebenkosten + 30 %+70%-FinanzierungTop-Konditionen

Faustregel: Bring mindestens 20–30 % des Kaufpreises als Eigenkapital mit (Nebenkosten + Puffer). Bei einem 350.000-€-Kauf also 70.000–105.000 €. Je mehr Eigenkapital, desto besser dein Zinssatz — das spart über 20 Jahre Tausende Euro.

Kaufnebenkosten senken — 5 Tipps

  1. Ohne Makler kaufen: Der größte Hebel. Privatverkäufe sparen 3–3,57 % Provision. Suche gezielt nach provisionsfrei angebotenen Immobilien.
  2. Inventar separat kaufen: Einbauküche, Sauna, Markise — wenn du bewegliches Inventar separat im Kaufvertrag ausweist (zum Zeitwert), fällt darauf keine Grunderwerbsteuer an. Bei einer 15.000-€-Küche in NRW spart das 975 €.
  3. Bundesland beachten: Wer flexibel ist, kann durch die Wahl eines günstigeren Bundeslandes sparen. Bayern (3,5 %) vs. NRW (6,5 %) = 9.000 € Unterschied bei 300.000 € Kaufpreis.
  4. Instandhaltungsrücklage ausweisen: Bei Eigentumswohnungen kann der Anteil der Instandhaltungsrücklage im Kaufvertrag separat ausgewiesen werden — darauf fällt ebenfalls keine Grunderwerbsteuer an.
  5. KfW-Kredit prüfen: Ein KfW-Kredit kann den Eigenkapitalbedarf senken, da er die Gesamtfinanzierung verbessert.

Nebenkosten-Rechner

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Häufige Fragen (FAQ)

Wie hoch sind Kaufnebenkosten in Prozent?

Je nach Bundesland und ob ein Makler involviert ist: 8–15 % des Kaufpreises. Ohne Makler in Bayern (günstigstes Szenario): ca. 5,5 %. Mit Makler in NRW (teuerstes Szenario): ca. 12,6 %. Nutze unseren Nebenkosten-Rechner für deine individuelle Berechnung.

Kann die Bank die Kaufnebenkosten mitfinanzieren?

Technisch ja — das nennt sich 110%-Finanzierung. In der Praxis bewilligen Banken das nur bei sehr guter Bonität, sicherem Einkommen und niedrigem Beleihungsauslauf. Der Zinssatz ist deutlich höher (0,3–0,5 % Aufschlag). Empfehlung: Mindestens die Kaufnebenkosten aus Eigenkapital zahlen.

Sind Kaufnebenkosten steuerlich absetzbar?

Bei selbstgenutzten Immobilien: Nein. Bei vermieteten Immobilien: Ja — Grunderwerbsteuer, Notar und Makler sind Anschaffungsnebenkosten und erhöhen die Abschreibungsbasis (AfA). Das reduziert über 50 Jahre (bei Gebäuden ab 2023: 3 % AfA p.a.) die Steuerlast.

Wann werden die Kaufnebenkosten fällig?

Grunderwerbsteuer: Ca. 4–8 Wochen nach Beurkundung verschickt das Finanzamt den Bescheid. Zahlungsfrist: 1 Monat. Notar/Grundbuch: Rechnung kommt nach Beurkundung, Zahlung innerhalb 2–4 Wochen. Makler: Bei Kaufvertragsunterschrift fällig. Alle Nebenkosten müssen also vor oder kurz nach dem Kauf verfügbar sein — nicht erst bei Einzug.

Wie berechne ich die Kaufnebenkosten für eine Eigentumswohnung?

Genauso wie für ein Haus: Kaufpreis × (Grunderwerbsteuer + Notar + Grundbuch + ggf. Makler). Besonderheit bei Wohnungen: Die Instandhaltungsrücklage kann separat ausgewiesen werden und ist grunderwerbsteuerfrei. Das spart je nach Rücklagenhöhe 100–500 €.

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